Rundgang Pfarrhof, Kirche, Museum Alt Jabel
Seien sie herzlich willkommen in Alt Jabel, dem Apfelbaumort.
Und herzlich willkommen in unserer Alt Jabeler Kirche, die noch sehr jung ist für eine Mecklenburger Kirche. Erbaut 1908 als neugotische Kirche mit sehr viel Holz und Licht.
Die Orgel hat Orgelbaummeister Runge aus Hagenow gebaut. Sie hat 12 Register und über 600 Pfeifen.
Der Altar ist etwas Besonderes - Jesus am Kreuz und dem Gitter, durch das das Gold des Paradieses scheint. Jesus hat die Tür zum Paradies, zu einer Gemeinschaft mit Gott wieder geöffnet.
In der Kirche sind unter der Orgelempore
die vier Evangelistenbilder. Diese 500 Jahre alten Gemälde stellen Markus, Matthäus, Lukas und Johannes dar. Diese Bilder und die Wappen
an der Orgelempore stammen aus dem Vorgängerbau der Michaeliskirche aus dem Jahre 1256.
Die Wappen der Familie von Treuenfels zu Benz haben oft ein Posthorn in der
Darstellung. Der Urahne der Familie war Postbeamter der schwedischen Truppen in Mecklenburg (Südschweden) und er wurde für seine treuen
Dienste als Fels in der Brandung geadelt.
Zu unserer Kirchgemeinde gehören zehn kleine und größere Ortschaften:
Alt- und Neu Jabel (Apfelbaum), Vielank (großer Ort), Hohenwoos (hohes Moor), Benz, Briest (Ulmenort), Woosmerhof, Tewswoos (tiefes Moor),
Woosmer (Moorort) und Schlonsberge.
Dieses Gebiet in der Griesen (grauen) Gegend heißt auch die Jabeler Heide.
Früher gehörte auch noch das Dorf Quast zu uns, dieses wurde 1961 bei der Erweiterung des Schießplatzes Lübtheen geräumt und zerstört.
Rundgang Michaeliskirche und Friedhof zum Wendenwall und Pfarrhof
Die neugotische und die Michaeliskirche standen 1908 beide noch in ihrem neuen
bzw. altem Zustand. Anfang 1909 wurde die Michaeliskirche auf Abriss verkauft, nur die Ringmauern blieben stehen. In der Kirche sind die Grüfte
unserer Kirchenpatrone, derer von Treuenfels. Neben dem Eingangsportal ist eine Hälfte der slawischen Opferschale eingemauert.
Die Zisterziensermönche, die diese Gegend missionierten, haben im Einweihungsgottesdienst vor 750 Jahren die Opferschale der
Slawen - Wenden zerschlagen, als Symbol der Ohnmacht der Götter. Die Kirche, in der Bäume wachsen, wird für Laternengottesdienste und
Gottesdienste mit unserem Posaunenchor genutzt.
Der Friedhof ist der Bestattungsort für sechs Dörfer am Wendenwall gelegen. Der Wendenwall ist der Überrest der slawischen Verteidigungsanlage von Jabel.
Auf dem Pfarrhof sind das Pfarrhaus, die Scheune und der Stall aus dem Jahre 1873.
Im Pfarrhaus ist die Pfarrwohnung, die Gemeinderäume und eine Dachwohnung.
Die Pfarrscheune wurde seit 1982 als Rüstzeitheim für Kinder und Jugendliche ausgebaut.
Vor zwei Jahren kam der Kutter Lydia auf unser Gelände und ein Backofen wurde gebaut.
Der Pfarrstall ist 1998 instandgesetzt worden und ein Jahr später als Teil des "Dat lütt Museum" eröffnet.
Viele Arbeitseinsätze, Spenden und Engagement von Einwohnern unserer Dörfer haben zu diesem schönen Ergebnis geführt. Im Erdgeschoss im
ehemaligen Kuhstall sind Bildtafeln zur Geschichte unserer Dörfer und die Kanzel der Michaeliskirche. Im Pferdestall sind Hungerharke und
viele Geräte der Land- und Forstwirtschaft ausgestellt. Im Obergeschoss ist die "alte Schule" und die wechselnden Sonderausstellungen. Ganz
oben ist eine Ausstellung über die Hexenverfolgung in der Griesen Gegend.
Ihnen und Euch gute Entdeckungen!
Text und Bilder: Pastor Christoph Tuttas, Alt Jabel