Fledermaushotel in Alt Jabel

Seit Mai 2011 gibt es auf dem Alt Jabeler Pfarrhof ein „Fledermaushotel”. Dieses wurde während des Pfadfinderlagers des Stammes „COJA” gemeinsam mit den Mitarbeitern des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe Bernd Niebelschütz und Wilhelm Jungbluth eingeweiht.
Die Pfadfinder aus Conow und Alt Jabel (= COJA) hatten zuvor in ihren Gruppenstunden artengerechte Fledermauskästen gebaut. Diese Kästen nutzen die Fledermäuse nach Verlassen ihrer Winterquartiere als Sommer- und Brutlager - als Ersatz für Baumhöhlen oder Dachstühle. Wichtig bei der Auswahl des Standortes ist, dass die Fledermäuse den Kasten frei anfliegen können; es dürfen z.B. keine Äste vor das Anflugbrett ragen. Weiterhin erfuhren die Kinder und Jugendlichen, dass z.B. Wasserfledermäuse ca. 1.000 Insekten pro Nacht fangen. Aufgrund ihres großen Nahrungsbedarfs und ihrer Anpassung an die nächtliche Insektenjagd kommt den Fledermäusen eine große ökologische Bedeutung als Schädlingsvertilger zu. Die Pfadfinder wollten natürlich auch diese fliegenden Säugetiere aufspüren.
Bernd Niebelschütz erläuterte den Kindern die Funktionsweise eines Fledermausdetektors. Dieses Gerät wandelt Ultraschalllaute, die die Fledermaus aussendet, in für Menschen hörbare Töne um. Als es dämmerte machte sich die Gruppe auf in den Wald und tatsächlich konnten sie die Fledermäuse bei ihrem nächtlichen Jagdflug über die Pastorenkuhle beobachten und mittels Detektor auch hören sowie anhand der ausgesendeten Töne ihre Art bestimmen.

Fototext: Die fünf Fledermauskästen wurden unter dem Dachüberstand der Pfarrscheune angebracht
Text und Foto: S. Harnack